Herford ans Wasser

Bürgerforum am 27. März 2017

 

„Denken Sie frei“, hatte Bürgermeister Tim Kähler die Teilnehmer zu Beginn des Bürgerforums aufgefordert. „Bedenken, Kritik, die Fragen nach der Finanzierung und den Mehrheiten im Rat stellen sich sowieso, aber erst später. Jetzt geht es erst mal um das, was Sie sich wünschen.“

Rund 50 interessierte Herforderinnen und Herforder sowie Ratsmitglieder waren am Montagabend (27.März 2017) in das Bürgerzentrum Haus unter den Linden gekommen, um gemeinsam frische Ideen zu entwickeln. „Herford an´s Wasser“ heißt das Projekt, mit dem die Hansestadt Herford in diesem Jahr starten will. Der Bereich der Aa zwischen dem Übergang „Auf der Freiheit“ bis zum Aawiesenpark soll neu gestaltet werden. Die Aa als „riesiges Potential“, um das Herford von anderen Kommunen häufig beneidet wird. Das Wasser soll erlebbarer werden und die Aufenthaltsqualität dadurch verbessert werden. Es geht aber auch um die Durchlässigkeit des Flusses und die ökologische Aufwertung der Wasserqualität sowie verbesserte Wegeverbindungen.

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Bevor im April der Wettbewerb ausgeschrieben wird, werden die Bürgerinnen und Bürger gehört, denn deren Anregungen und Ideen sollen in den Wettbewerb miteinfließen.
Der Abend startete mit zwei Impulsvorträgen. Mathias Polster erzählte über die Wasserwege in Herford, die fast alle erst zwischen 1220 und 1250 angelegt worden sind. Polster berichtete von vier großen Hochwassern in den 1920er und den 1930er Jahren, nach denen das Wehr von 5,50 auf 9 Meter verbreitert wurde. Die Radewiger Brücke blieb so schmal wie zuvor. Ein Engpass bis heute. Über das so genannte 100-jährige Hochwasser und zunehmende extreme Wasserphänomene sprach Wasserbauingenieur Erich Hoffmann. Mit dem Begriff 100-jähriges Hochwasser sind Hochwasser gemeint, die im Durchschnitt oder zumindest der Statistik nach in 100 Jahren einmal vorkommen. Wassermengen wie in der Weser zu Normalzeiten würden dann durch die Aa fließen.
In vier Arbeitsgruppen entwickelten die Interessierten am Abend dann ihre Ideen. Die Themen: Der Fluss als Lebensraum für Flora und Fauna, der Fluss im Stadtbild, der Fluss als Wegeverbindung und als Fluss für Jung und Alt.

Die Ideen gingen von „Baden in der Aa“ und „Gastronomie am Wasser“ hin zu „Seilbahnen“ und „Wasserspielpätze“. Erlebnisse am und mit dem Wasser. Hindernisse im Fluss wie zum Beispiel Trittsteine könnten die Wasserqualität verbessern.
Die Ideen, die zusammengetragen wurden, sollen in den freiraumplanerischen Wettbewerb für die rund 500 Meter lange Strecke einfließen. Dieser soll im April ausgelobt werden.

ppas_Präsentation_Herford ans Wasser_27032017

Präsentation zum Bürgerforum