Über uns

Die Idee zur Gründung eines Archivs für den Kreis Herford und dessen Kreisverwaltung geht bereits auf die 1950er Jahre zurück. Ab 1962 wurde das "Projekt Kreisarchiv" konkret in Angriff genommen, wobei die fachliche Beratung durch die damalige Archivberatungsstelle Westfalen in Münster erfolgte. Im Juli/August 1963 war es dann so weit: Das Staatsarchiv Münster gab 10 Pakete Akten aus der ehemaligen landrätlichen Registratur an den Kreis Herford zurück und seit 1981 sind hauptberufliche Fachkräfte mit der Betreuung des Kreisarchivs beauftragt. Eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Stadt Herford und dem Kreis Herford regelte 1988 die Einrichtung eines gemeinsam genutzten Kommunalarchivs. 

Das Archiv trägt seitdem den Namen "Kommunalarchiv – Archiv der Stadt und des Kreises Herford". Es gliedert sich in eine Abteilung Stadtarchiv und eine Abteilung Kreisarchiv. Die Aufgabe des Kreisarchivs ist es, die Unterlagen der Kreisverwaltung zu sichern, als auch das Kreisgebiet betreffende wichtige Dokumente zu archivieren und zugänglich zu machen. Das Verwaltungsschriftgut der Kreisverwaltung deckt den Zeitraum seit Gründung im Jahr 1816 bis heute ab. Auch das Archiv der Stadt Enger und das Archiv der Gemeinde Hiddenhausen werden durch das Kreisarchiv betreut. Die Bestände befinden sich ebenfalls in den Magazinen des Kreisarchivs in der Amtshausstraße 2 am Standort in Herford. Die Mitarbeiter des Kreisarchivs sind Ansprechpartner für Fragen zur Regionalgeschichte und betreiben eigene Forschungen zur Geschichte im Kreis Herford. 

Die heutigen Grenzen des Kreises gehen auf die im Spätmittelalter entstandenen Territorien Minden und Ravensberg zurück. 1811 wurden die nordwestlich der Flüsse Aa, Werre und Weser gelegenen Gebiete Minden-Ravensbergs Teil des Kaiserreichs Frankreich. Nach Ende der französischen Herrschaft begann 1815 die Neugliederung Preußens. Mit der Verordnung Nr. 119 der königlich-preußischen Regierung zu Minden vom 18.10.1816 die "Kreis-Eintheilung betreffend", wurden die Kreise Bünde und Herford gegründet. Am 1.11.1816 nahm die Kreisverwaltung ihre Tätigkeit auf. Ab diesem Zeitpunkt setzt die Überlieferung zur Geschichte der Kreisverwaltung ein. Zum Bünder Landrat wurde damals Philipp von Borries ernannt, in Herford wurde Franz Haß Landrat. 

Naturräumlich liegt der Kreis Herford im Nordosten von Nordrhein-Westfalen – zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald. Das Kreisgebiet zählt zum Weserbergland. Die Ausdehnung des Kreises beträgt in Ost-West-Richtung 35 km und in Nord-Süd-Richtung 23 km. Der Kreis Herford umfasst rund 450 km² Fläche und setzt sich aus sechs Städten (Bünde, Enger, Herford, Löhne, Spenge, Vlotho) und drei Gemeinden (Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen) zusammen.