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Klavier und Gospel mit Tiefgang an der Geschwister-Scholl-Schule

Von Mozart bis Modern Gospel, von 10 jährigen Projekt- Chorsängern bis Vollprofis, von Sololeistung bis Doppelchorgospelpower reichte die Palette des Benefizkonzertes zur Sanierung des großen Steinway Flügels am Mittwoch Abend in der gut besuchten Aula der Geschwister-Scholl-Realschule. Neben Köstlichkeiten für die Ohren servierte die Hauswirtschafts-AG in der Pause Kulinarisches aus der Schulküche - ein rundum gelungener Abend, dessen Erlös der Erhaltung des Instruments zukommt.

Was wie ein Schlaflied eines Löwen beginnt und endet, ist alles andere als gemütlich. In "The Lions sleep tonight" zeigte "Gospel Unlimited", ein Gospelchor aus Bielefeld unter Leitung von Kai Lünnemann, seine dynamische Bandbreite von flüsterndem Piano bis rasendem Forte, unterstützt von sich steigernden Silbenrhythmen. Der 1939 von Solomon Linda komponierte Song imitiert einen Löwenangriff auf eine Rinderherde vom Anschleichen über Näherkommen und wieder Verebben.

Gospel vom Ursprung bis zum Modern Gospel bot das Konzert in der Geschwister Scholl Schule. Der Projektchor der Schule, bestehend aus Schülern der 5. Klasse unter Leitung des Musiklehrers Hermann Bökamp powerte "He's got the whole world in his hand" in Begleitung des Steinway-Flügels.

 

Noch genauer kam der wunderbare Klang des Instruments bei den drei Sololeistungen von Thomas Enns, Levin Werner und Vanessa Würz zur Geltung. Während Thomas die klare Brillianz mit Mozarts "Ah vous dirai" KV 265 darstellte, breitete Levin mit differenziertestem Anschlag die Samtdecke des Flügels mit "Ballade pour Adeline" aus. Vanessa zeigte die Kontrastelemente des Flügels mit Charakterwechsel .

Wie groß der Unterschied zwischen Steinway und Digitalklavier ist, wurde beim "Si, si, si" der "Happy Hospital Singers" ebenfalls unter Leitung von Kai Lünnemann deutlich. Die Wärme, die Tragfähigkeit und die "Individualität" des Flügels wich zu Gunsten elektronischer Variationsfähigkeit, steuerbarer Power und guter Vereinbarkeit mit den beiden anderen Instrumenten, einem differenziert präsenten Schlagzeug und einem Bass.

Die "Happy Hospital Singers" setzen sich aus Mitarbeitern des Klinikums Bielefeld zusammen, hier war der medizinische Eingriff Balsam für die Seele - vor allem, in den Stücken, die sie mit "Gospel Unlimeted" sangen. "You raise me up", 2001 vom Norweger Rolf Lovland geschrieben, hat beinahe therapeutische Ermutigungswirkung. Durch harmonische Rückungen hebt jeder Refrain die Stimmung, führt wie eine Harmonieleiter aus nach oben, wenn man sich mitnehmen ließ von der intensiven Interpretation dieser Chöre.

Bemerkenswert außerdem: Alles wurde auswendig gesungen, Beleuchtung und Kleidung der Sänger tauchte alles in ein warmes Licht und ein unterstützendes Publikum sorgte für aufmerksam, freudige Atmosphäre, genauso wie die vielen Helfer in Technik, Organisation, Schülerbetreuung, Küche und Planung.