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Pläne zur Energieeinsparung: Kreis Herford mit Städten und Gemeinden im Austausch

Herford, 27. Juli 2022. Angesichts des Krieges in der Ukraine und möglicher Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland und im Kreis Herford tauschen sich die Bürgermeisterin, die Bürgermeister und Landrat Jürgen Müller derzeit regelmäßig aus. So werden mit den Städten und Gemeinden unter Koordination des Kreises Konzepte für ein kreisweit einheitliches Vorgehen für den Fall einer Erdgas-Mangellage erarbeitet. Grundlage dafür sind Vorschläge, die in den einzelnen Kommunen erarbeitet wurden. Dabei geht es auch um Energiesparpotenziale in öffentlichen Gebäuden, Einrichtungen und Gesellschaften.

Es wird eine kreisweite Task-Force unter Beteiligung der Städte und Gemeinden eingerichtet, die sich regelmäßig austauscht, die weiteren Entwicklungen beobachtet und im Ernstfall entsprechende Maßnahmen koordiniert.

Mit einer gemeinsamen Erklärung möchten sich die Beteiligten zum aktuellen Stand äußern.

„Wenngleich das tatsächliche Eintreten einer gravierenden Erdgas-Mangellage und weitere Entwicklungen nicht genau prognostizierbar sind, müssen wir mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zweifellos mit Engpässen in der Energieversorgung aufgrund nicht erfolgter russischer Erdgaslieferungen rechnen. Deshalb ist es unsere Pflicht, uns auf kommunaler Ebene entsprechend vorzubereiten und notwendige Vorkehrungen einzuleiten. Das alles geschieht jetzt gerade“, so die Bürgermeisterin, die Bürgermeister und der Landrat.

Konkret wird an folgenden Schwerpunkten gearbeitet:

- Konzepte für die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung und regionalen Wirtschaft
- Prüfung der Verfügbarkeit örtlicher Warn- und Alarmierungsstrukturen im Falle von Energieengpässen
- Erstellung eines kommunalen Lagebildes einschließlich der Ermittlung sensibler Einrichtungen, für deren Energieversorgung  ggf. übergreifende Notfallpläne aufzustellen sind
- Prüfung der Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen im Ernstfall (Trinkwasserversorgung, Gesundheitsversorgung, Lebensmittelversorgung)
- Ermittlung des Energieverbrauchs kommunaler Liegenschaften sowie Prüfung möglicher Energiesparpotenziale

„Insbesondere die Verringerung des Verbrauchs der Primärenergieträger Gas und Strom in städtischen und auch in Gebäuden des Kreises sind mit verschiedenen Problem- und Fragestellungen verbunden. Wir prüfen derzeit intensiv, wieviel Energie über welchen Weg eingespart werden kann und was dabei zu beachten ist“, so die Bürgermeisterin, die Bürgermeister und der Landrat.

Sie appellieren zudem an die Bürgerinnen und Bürger, weiterhin so gut es geht Energie zu sparen: „All das, was wir jetzt einsparen, hilft uns auch im Winter. Sehr viele Menschen achten mittlerweile sehr bewusst auf ihren Energieverbrauch. Und wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, das auch weiterhin konsequent zu tun“.

Zudem möchten die kreisweiten Entscheidungsträger konkrete Maßnahmen abwarten, die auf Bundesebene mit Blick auf den von der EU beschlossenen Notfallplan für diesen Winter umgesetzt werden sollen. Darin heißt es, dass alle Mitgliedstaaten ihren durchschnittlichen Gasverbrauch um 15 Prozent senken möchten.

Zuletzt hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) für Deutschland die sogenannte Alarmstufe festgestellt. Diese tritt ein, wenn es nicht nur konkrete Hinweise auf eine verschlechterte Versorgungslage gibt – so wie es in der vorausgehenden Frühwarnstufe der Fall ist – sondern wenn es bereits in Teilen eine verschlechterte Versorgungslage gibt. Sollte es zu einer gravierenden Gas-Mangellage aufgrund nicht erfolgter russischer Gaslieferungen kommen, würde die Bundesregierung die sogenannte Notfallstufe ausrufen.