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„SAM sagt NEIN – Kinder vor Missbrauch schützen“

Herford, 20. Juni 2022. Sexualisierte Gewalt ist noch immer ein Tabuthema. Viele Mädchen und Jungen in den Kitas und Grundschulen sind davon betroffen und können sich aus eigener Kraft oft nicht wehren. Doch wie können Vor-und Grundschulkinder vor sexualisierter Gewalt geschützt werden? Wie können Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer Signale erkennen und die Kinder stärken und schützen?

Im Rahmen des Präventionsprojektes „Gelingendes Aufwachsen – Netzwerke für Kinder“ des Landesjugendamtes Westfalen – Lippe sind das Jugendamt Herford und das städtische Familienzentrum der KiTa Maiwiese sowie die Grundschule Mindener Straße dieses Thema in den vergangenen 2,5 Jahren gezielt angegangen.

„Der Fokus lag dabei auf der Sensibilisierung von Fachkräften, Eltern und Kinder hinsichtlich des Themas sexualisierte Gewalt“, sagt Malgosia Lademann-Böhmer, Leiterin des Familienzentrums KiTa Maiwiese. „Die Kinder im Alter zwischen 3 bis 8 Jahren müssen gestärkt werden, ihre Gefühle wahrzunehmen und lernen ihre Grenzen aufzuzeigen, zum Beispiel durch das Theaterstück „Die große Nein Tonne“. Parallel wurden auch bei Eltern und pädagogischen Fachkräften die Handlungssicherheit im Umgang mit dem Thema gefördert.“

Ein besonderer Fokus lag darauf, den Fachkräften, aber vor
allem den Kindern eine Sprache zu geben, um Erlebtes in Worte fassen zu können. Als Verstärkung, den Kindern die Thematik näher zu bringen wurde ein Maskottchen -  Der Löwe SAM -  entwickelt.

„SAM“ bedeutet: „Stark, achtsam, mutig.“ Und SAM sagt NEIN!

An den jeweiligen Modellstandorten wurden Gruppenangebote und ein Theaterstück der theaterpädagogischen Werkstatt mit dem Titel “Die große Nein- Tonne“ durchgeführt.
Der Besuch einer Theatergruppe war ein wichtiger Bestandteil der Arbeit zur Stärkung der Kinder.

Alle angehenden Schulkinder des Familienzentrums Maiwiese haben zudem an einem gruppenübergreifenden Projekt „Ich bin stark“ teilgenommen.

„Die Kinder haben gelernt, „Nein“ zu sagen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt und das ist ganz wichtig“, berichtet Malgosia Lademann-Böhmer.

Diese Erfahrungen bestätigt auch Wencke Nowitzki-Rolfsmeier, die Schulleiterin der Grundschule Mindener Straße: „Das Projekt hat dazu beigetragen, die Kinder „sprechfähig“ zu machen und zu stärken. Die Kinder haben erzählt, dass sie mutiger geworden sind und sie NEIN sagen gelernt haben, wenn ihr Bauchgefühl nicht stimmt.“

Das Projekt soll nun ausgeweitet werden.

„Wir alle müssen bei diesem wichtigen Thema „am Ball“ bleiben, um zu signalisieren: Wir gucken hin! Deshalb haben wir als Verwaltung vorgeschlagen, das Projekt auf alle städtischen Kitas und die Grundschulen in den dazugehörigen Sozialräumen auszuweiten. Und dies hat der Jugendhilfeausschuss jetzt in seiner letzten Sitzung auch beschlossen, was uns sehr freut“, sagt Patrick Puls, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Soziales.