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Dienstleistungen

Vormundschaften und Pflegschaften

Beschreibung

Bestellte Vormundschaft:

Minderjährige erhalten einen Vormund, wenn sie nicht unter elterlicher Sorge stehen (z.B., wenn beide Elternteile verstorben sind), oder wenn die Eltern nicht Willens/nicht in der Lage sind, die elterliche Sorge und die Vertretung des Kindes wahrzunehmen. Im letzteren Fall wird den Eltern zum Wohl des Kindes das Sorgerecht entzogen. Der Entzug des Sorgerechts und die Bestellung eines Vormunds erfolgt durch das zuständige Familiengericht. Zum Vormund kann das Jugendamt, ein Vereinsvormund, ein Berufsvormund oder ein ehrenamtlicher Einzelvormund bestellt werden. (Rechtsgrundlage: §§ 1666, 1773 BGB)

Bestellte Pflegschaft:

Von „Pflegschaft“ spricht man, wenn Eltern lediglich Teilbereiche der elterlichen Sorge entzogen werden. Der Wirkungskreis des Pflegers erstreckt sich dann nur auf die entzogenen Teilbereiche der elterlichen Sorge. Dies können z.B. sein: Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitsfürsorge, Recht auf Antragstellung öffentlicher Hilfen, Vermögenssorge, etc. (Rechtsgrundlage: §§ 1666, 1909 BGB)

Gesetzliche Amtsvormundschaft:

Eine gesetzliche Amtsvormundschaft tritt nach BGB ein, z. B.
a) für Kinder von minderjährigen, unverheirateten Müttern (§ 1791 c BGB),
b) wenn Eltern in eine Adoption einwilligen (Adoptionsvormundschaft, § 1751 BGB).

Gesetzlicher Vormund wird per Gesetz immer das zuständige Jugendamt.

Weitere Informationen

Aufgaben/Rolle des Vormunds/-pflegers:

Kraft Gesetzes oder richterlicher Anordnung ist die Aufgabe des Vermunds die 

  • Wahrnehmung der elterlichen Sorge für das Kind/den oder die Jugendliche/n durch Kontakt und Beziehung (Mündelbeteiligung)
  • persönliche Förderung und Gewährleistung der Pflege und Erziehung des Mündels
  • Wahrnehmung der Personen- und Vermögenssorge des Kindes nach außen – gesetzliche Vertretung –
  • Beantragung und Inanspruchnahme von Sozialleistungen, z.B. Antrag auf Hilfe zur Erziehung, Mitwirkung bei der Planung und Entscheidung über die zu gewährende Hilfe

Die Wahrnehmung der elterlichen Sorge umfasst im Einzelnen die Bereiche:

  • Aufenthalt
  • Pflege
  • Medizinische Betreuung
  • Erziehung
  • Religion
  • Aufsicht
  • Ausbildung
  • Vermögen
  • Unterhalt
  • Versicherung
  • Versorgung
  • Erbschaft

Rechtsgrundlagen

§§ 1773 Bürgerliches Gesetzbuch und weitere dieser Rechtsnorm folgenden Regelungen