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Dienstleistungen

Heimpflege

Unter dem Begriff Heimpflege ist die

  • Kurzzeitpflege und die
  • vollstationäre (stationäre) Pflege in Altenheimen und Pflegeheimen zu verstehen.

Was ist stationäre Pflege?

Stationäre Pflege (Heimpflege) wird durch Pflegeheime erbracht und bietet umfassende Betreuung und Versorgung chronischkranker und pflegebedürftiger Menschen.

Was ist Kurzzeitpflege?

Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für die Kurzzeitpflege für einen Zeitraum von maximal 4 Wochen pro Kalenderjahr bis zu einem Gesamtbetrag von 1.612 € (bis 2014: 1.550 €). Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz können unter Umständen weitere Ansprüche gegen die Pflegekasse geltend machen. Sofern diese Leistungen der Pflegeversicherung jedoch nicht ausreichen, kann der Kreis Herford Ihnen auf Antrag auch Sozialhilfe gewähren.

 

Weitere Informationen

Wann ist stationäre Pflege erforderlich?

Die Wenigsten wünschen sich, ihren Lebensabend in einem Alten- oder Pflegeheim zu verbringen. Der Schritt in eine solche Einrichtung zu ziehen beziehungsweise einen Angehörigen dort unterzubringen fällt daher häufig entsprechend schwer. Aber es gibt Fälle, in denen stationäre Pflege sinnvoll oder sogar notwendig ist:

  • wenn die Pflege in der eigenen Wohnung auch unter der Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht sichergestellt werden kann (weil beispielsweise der pflegende Angehörige selbst krank wird und die Pflege nicht mehr durchführen kann),
  • die Kosten für die Sicherstellung der Versorgung in der eigenen Häuslichkeit im Vergleich zu einer stationären Pflege nicht angemessen sind und eine Heimaufnahme zumutbar ist,
  • wenn rund um die Uhr Beaufsichtigung und Betreuung (zum Beispiel bei fortgeschrittener Demenz) erforderlich ist oder
  • wenn der Betroffene zu verwahrlosen droht und dies nicht durch ambulante Hilfe in der Wohnung aufgefangen werden kann.

 

Welche Leistungen bietet die stationäre Pflege?

Pflegeheime bieten umfassende Betreuung und Versorgung rund um die Uhr. Dazu zählen selbstverständlich die Grund- und Behandlungspflege sowie die gesamte hauswirtschaftliche Versorgung. Darüber hinaus werden aber je nach Einrichtung auch diverse Betreuungsangebote vorgehalten, wie Beschäftigungsangebote, ehrenamtliche Besuchsdienste, Ergotherapie, Gedächtnistraining, gemeinsame Aktivitäten (beispielsweise Ausflüge), gerontopsychiatrische Wohngruppen, Gesprächskreise (auch für Angehörige), Gottesdienste/Bibelstunden, Nachtcafe, Senioren- und Krankengymnastik, Seniorentanz, tagesstrukturierende Gruppenangebote.

Nähere Informationen und entsprechende Antragsunterlagen finden Sie hier:

  • Antrag Pflegewohngeld
  • Einrichtungsverzeichnis
  • Die jeweiligen Wohngeldstellen befinden sich in den Verwaltungen der Städte und Gemeinden.

 

Finanzierung

Wenn eine Kostenübernahme aus öffentlichen Mitteln erfolgen soll, muss die Heimaufnahme erforderlich sein. Von Ausnahmen abgesehen ist dies immer dann der Fall, wenn bereits eine Pflegestufe festgestellt wurde. Dies erfolgt in der Regel durch die Pflegekasse. Wenn (noch) keine Pflegestufe ermittelt wurde, ist die Heimpflegebedürftigkeit vor der Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung mit dem Amt für Soziale Leistungen abzustimmen.

Das in Tagessätzen festgelegte Entgeld für die Heimbetreuung ist unterteilt in pflegebedingte Aufwendungen, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie Investitionskosten. Die Kosten sind je nach Einrichtung unterschiedlich. Die aktuellen Sätze für Einrichtungen im Kreis Herford können Sie bei den Einrichtungen, Ihrer Pflegekasse oder auch beim Kreis Herford - Amt für Soziale Leistungen - erfragen.

Können die Pflegekosten nicht durch die Einkünfte und/oder das Vermögen des Heimbewohners sowie die Pflegekassenleistung gedeckt werden, so besteht die Möglichkeit Sozialhilfe, gegebenenfalls auch nur Pflegewohngeld, zu beantragen.

Die Finanzierung eines Heimpflegeplatzes setzt sich aus einer Reihe verschiedener Komponenten zusammen. Dies können sein:

Leistungen der Pflegekasse/Beihilfestelle:

Die Pflegekassen bzw. Beihilfestellen beteiligen sich ab Pflegestufe 1 mit einem monatlich festen Zuschuss an den Pflegekosten.

Bei Beihilfeberechtigten teilt sich dieser Betrag zwischen der Beihilfestelle und der privaten Pflegeversicherung je nach Berechtigung im Rahmen der Beihilfe auf. Je nach Einkommenssituation beteiligt sich die Beihilfestelle unter Umständen auch an den Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Dies muss oft aber ausdrücklich beantragt werden.

Bitte beachten Sie: Auch wer grundsätzlich selbst nicht beihilfeberechtigt ist, könnte Anspruch auf Beihilfen haben, wenn der Ehepartner beihilfeberechtigt ist oder war. Die gesetzliche Pflegekasse kürzt dann in der Regel ihre Leistungen um 50 %, die Beihilfe zahlt ebenfalls 50 %.

Für eine Kurzzeit- bzw. stationären Verhinderungspflege beträgt der Zuschuß in Pflegestufe 1 bis 3 bis zu 1.612 € (bis 2014: 1.550 €) (je nach Einzelfall)

Eigene Mittel:

Einkommen
Bei einem vollstationären Aufenthalt ist grundsätzlich das gesamte Einkommen (zum Beispiel Renten, Erwerbseinkommen, Wohnrechtsentschädigungen, Unterhalt) für die Heimpflege einzusetzen. Ausnahmen gelten beispielsweise bei der Gewährung von Blindengeld und für Kindererziehungsleistungen (bei vor 1921 Geborenen).

Bei einer Kurzzeit- oder Verhinderungspflege könnte eine einkommensabhängige eine Eigenleistung zuzumuten sein.

Investitionskostenförderung ist einkommensunabhängig.

Vermögen
Vermögen umfasst grundsätzlich das gesamte verwertbare Vermögen. Hierzu gehören neben Sparvermögen und Bargeld unter anderem auch Wertgegenstände (Schmuck, Bilder, Möbel etc), Forderungen, Rückkaufswerte von Lebens- und Sterbegeldversicherungen, Haus- und Grundvermögen und Schenkungsrückvorderungsansprüche gemäß § 528 BGB. Auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel wenn der nicht getrennt lebende Ehepartner ein angemessenes Wohneigentum (Haus, Eigentumswohnung) weiterhin bewohnt.

Freigrenzen 

  • Sozialhilfe: 2.600,00 Euro (+ gegebenenfalls 614 € für den Ehegatten und + 256 € für jede weitere Person, die von der nachfragenden Person/Ehegatten/Lebenspartner überwiegend unterhalten wird.)
  • Pflegewohngeld: 10.000,00 € (+ gegebenenfalls 5.000 € für den Ehegatten)
  • Investitonskostenförderung: Vermögensunabhängig

Pflegewohngeld (für weitere Informationen Pflegewohngeld anklicken)
ist eine weitere mögliche Finanzierungsform Ihrer Heimkosten. Pflegewohngeld wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse des Heimbewohners an die Pflegeinrichtung gezahlt.  

Tabellenwohngeld
In Ausnahmefällen wird von der Stadt oder der Gemeinde, in dem sich die Pflegeeinrichtung befindet, auf Antrag noch das sogenannte Tabellenwohngeld gewährt. Voraussetzung dafür ist, dass im Rahmen der Sozialhilfe weder Grundsicherung im Alter noch Hilfe zum Lebensunterhalt in Einrichtungen gewährt wird.

Sozialhilfe für die Heimpflege
Die Sozialhilfe ist nachrangig. Erst wenn die zuvor geschilderten Komponenten  (Sachverhalte),  soweit diese in Betracht kommen, nicht ausreichen, um die anfallenden Kosten zu decken, setzt die Sozialhilfe ein.
Die Höhe der Sozialhilfe orientiert sich am aktuellen Bedarf. Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit finden grundsätzlich keine Berücksichtigung.
Die Sozialhilfe setzt frühestens mit dem Bekanntwerden beim Sozialhilfeträger (Kreis, Stadt oder Gemeinde) ein.

Elternunterhalt
Sobald ein Elternteil ins Pflegeheim kommt und die Kosten für die Unterbringung nicht mehr aus seinem Einkommen und Vermögen zahlen kann, wird unter Umständen Sozialhilfe gezahlt. Daraufhin werden alle Kinder des Hilfeempfängers angeschrieben und aufgefordert die Einkommens- und Vermögensverhältnisse von ihnen und ihren nicht getrennt lebenden Ehegatten dem Sozialamt vorzulegen.
Anhand der eingereichten Unterlagen wird überprüft, ob die Unterhaltspflichtigen leistungsfähig sind.
Es handelt sich beim Elternunterhalt um ein sehr umfangreiches Thema, das hier nicht mit allen Besonderheiten erläutert werden kann. Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachamtes gerne Rede und Antwort!

Andere Ansprüche
Heimbewohnerinnen und Heimbewohner können andere Ansprüche gegen Dritte haben, die sich aufgrund eines Gesetzes (zum Beispiel Schenkungsrückforderungen, Schadensersatz) oder vertraglicher Regelungen (wie Wohnrechte, Recht auf Hege und Pflege aus Grundstücksübergabeverträgen) ergeben.
Auch bei Fragen zu diesem Themenkomplex helfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihnen gerne weiter.


Notwendige Unterlagen (Beispielliste)

Sozialhilfe:

  • bei Betreuerbestellung: Bestallungsurkunde, ansonsten schriftliche Vollmacht
  • Gutachten des Medizinischen Dienstes beziehungsweise Einstufungsbescheid der Pflegekasse
  • gegebenfalls Schwerbehindertenausweis
  • aktuelle Einkommensnachweise (Rentenbescheide, Einkommensbescheide und so weiter)
  • Girokontoauszüge der letzten 6 Monate
  • Bescheinigung, der kontoführenden Bank, ob und welche Sparbücher derzeit bestehen und in den letzten 10 Jahren bestanden haben. Sollten Sparbücher bestehen oder in den letzten 10 Jahren bestanden haben (auch wenn diese bereits aufgelöst worden sind), so wird um Vorlage dieser Sparbücher oder alternativ um eine Umsatzaufstellung mit den jeweiligen Jahressalden (Anfangs-/ Endsalden), die von der Bank erstellt wird, gebeten
  • zudem wird um Vorlage der Verwendungsnachweise bei Aufträgen, Umbuchungen, Daueraufträgen, Barauszahlungen und so weiter ab einem Wert von 1.000 Euro gebeten
  • Rückkaufswerte von Lebens- und Sterbeversicherungen
  • Nachweise zu weiteren Versicherungen (beispielsweise Haftpflichtversicherung)
  • Grabpflege- oder Bestattungsvorvertrag, sofern vorhanden
  • Nachweise zu vorhandenen Wertpapieren (aktueller Depotauszug), Geschäfts- und Genossenschaftsanteile
  • Nachweis zu Miet- und Nebenkosten für die bisherige Wohnung und einer eventuell hinterlegten Kaution (Mietvertrag)
  • Nachweis, wie lange die Miete gegebenfalls aufgrund von Kündigungsfristen über die Heimaufnahme hinaus zu zahlen ist
  • bei Haus- und Grundbesitz: Grundbuchauszug, Angaben zu Art und Größe von Haus und Grund, Grundbesitzabgabenbescheid, Rechnung Gebäudehaftpflichtversicherung und so weiter
  • bei Wohn- und Altenteilsrechten: Testament beziehungsweise Vertrag und Grundbuchauszug
  • bei Schenkungen: was, wann, an wen, warum
  • eventuell Übergabevertrag (zum Beispiel bei Hausübertragung)
  • Angabe zu sonstigem Vermögen (zum Beispiel sollte ein Pkw vorhanden sein, bitte Kfz-Schein vorlegen)
  • eventuell Scheidungsurteil mit Regelungen zum Unterhaltsanspruch