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Dienstleistungen

Wohnberatung

Beschreibung

Unabhängig von Alter, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung - Wer möchte nicht so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben?

Doch nicht immer entsprechen die Wohnungen oder das Haus den Bedürfnissen, die das Alter, eine Krankheit oder eine Behinderung mit sich bringen. Aus Angst vor Stürzen oder Problemen in Küche und Bad denkt mancher vielleicht schon an einen Auszug. Doch die meisten Wohnungen lassen sich den veränderten Bedürfnissen anpassen. Ob mit Haltegriffen, dem richtigen Bodenbelag oder durch den Abbau von Schwellen und das Beseitigen von Stolpersteinen. Vieles ist möglich! Auch bauliche Veränderungen sind durchführbar, wenn der Vermieter zustimmt.

Das Angebot der Wohnungsberatung umfasst daher

  • individuelle Beratung,
  • Hausbesuche und Beratung vor Ort,
  • Hilfe bei der Beschaffung von Hilfsmitteln,
  • gemeinsame Planung von Veränderungen,
  • Unterstützung beim Umgang mit Handwerkern, Ihrem Vermieter, den Kranken- und Pflegekassen und anderen Beteiligten,
  • Aufzeigen von Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützung bei der Antragstellung sowie
  • Durchführung von Informationsveranstaltungen

und richtet sich an alle Menschen im Kreis Herford, vor allem aber an

  • Seniorinnen und Senioren
  • Pflegebedürftige
  • Menschen mit Behinderungen und
  • deren Angehörige

Außerdem ist die Wohnberatung Ansprechpartner für Wohnungseigentümer, Vermieter / Wohnungsgenossenschaften, Fachleute aus den Bereichen Planung, Architektur und Handwerk sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alten- und Behindertenhilfe und anderer Servicedienste.

 

Weitere Informationen

Wohnberatung für ältere und behinderte Menschen

Ein Leben in den eigenen vier Wänden ist für die allermeisten Menschen von sehr großer Bedeutung. Doch bis heute werden viele Wohnungen nicht so geplant und gebaut, dass sich auch im Alter und bei Behinderung gut darin leben lässt.

Neben der finanziellen Absicherung im Alter ist die Wohnsituation alter Menschen für deren Lebenslage von zentraler Bedeutung. Entscheidend für die jeweilige Lebenszufriedenheit ist eine angemessene Wohnsituation, die Wohnung und Wohnumfeld umfasst. Hauptziel der Wohnberatung ist, auch bei zunehmender Hilfebedürftigkeit den Erhalt der selbständigen Lebensführung und der eigenen Wohnung zu erreichen.

Die Menschen werden älter, und sie erleben das Alter anders als noch vor wenigen Jahrzehnten: selbstbewusster, gesünder, aktiver. Sie wollen ihr eigenes Leben weiterleben - in den eigenen vier Wänden. Begriffe wie Wohnen im Alter, Betreutes Wohnen und Altengerechtes Wohnen werden vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen immer wichtiger.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes leben 95% der älteren Menschen in normalen Mietwohnungen, Eigentumswohnungen oder Eigenheimen, nur 5% in Altenwohnungen oder Heimen. Das Wohnen und Altwerden in vertrauter Umgebung entspricht den Wünschen der meisten Senioren. Problematisch wird es, wenn die langjährige Wohnung nicht mehr den geänderten Bedürfnissen entspricht. Hier setzt die Aufgabe der Wohnberatungsstelle ein, die oft schon durch kleine Anpassungsmaßnahmen beispielsweise Gefahrenquellen ausschalten und somit Unfallvorsorge leisten kann (43 % aller Unfälle im Haushalt betreffen Menschen über 65 Jahre). Auch spezielle Hilfsmittel und moderne Technik können den Alltag älterer und behinderter Menschen deutlich erleichtern.

Eine wissenschaftliche Auswertung der Arbeit von Wohnberatungsstellen im Projekt Wohnberatung Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, dass es meist kleine Maßnahmen sind, die einen wesentlichen Teil zur Erhaltung der Wohn- und Lebensqualität älterer Menschen beitragen können.

Eine Unterbringungen in einem Heim kann so ganz vermieden oder doch verzögert werden.

 

Was ist Wohnberatung?

Die Wohnberatungsstellen

  • beraten Sie umfassend darüber, welche Möglichkeiten es gibt, Ihr Haus oder Ihre Wohnung Ihren Bedürfnissen entsprechend anzupassen, und erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge. Dazu wird in der Regel ein Hausbesuch vereinbart,
  • informieren Sie ausführlich darüber, wie die Anpassung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung finanziert werden kann. Auch bei gegebenenfalls anfallenden Formalitäten, wie beispielsweise der Beantragung von Zuschüssen oder der Klärung mit Ihrem Vermieter, werden Sie tatkräftig unterstützt,
  • helfen Ihnen, geeignete Handwerker zu finden, Kostenvoranschläge einzuholen und diese zu prüfen,
  • beraten Sie rund um die Organisation und den Ablauf der Wohnungsanpassung,
  • führen nach Abschluss der Arbeiten gemeinsam mit Ihnen eine Nachschau durch. Dabei kontrollieren sie, ob die Arbeiten wie vereinbart durchgeführt wurden und prüfen die Rechnungen, 
  • helfen Ihnen auch bei einem Umzug, wenn die Anpassung Ihrer Wohnung nicht möglich sein sollte und 
  • begleiten Sie dabei, in einer schwierigen Situation die für Sie beste Lösung zu finden und so Ihren Wohnwunsch zu realisieren.

 

Wer kann sich beraten lassen?

Das Angebot der Wohnberatung richtet sich überwiegend an ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörige. Meist besteht eine dringende Notwendigkeit, in der Wohnung Veränderungen vorzunehmen, um die selbstständige Lebensführung zu erleichtern.

Wohnberatung hat darüber hinaus einen vorbeugenden Aspekt. Auch wenn zur Zeit keine Veränderung notwendig ist, kann ein Gespräch über mögliche Verbesserungen helfen, Unfallgefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Es werden aber auch Personen beraten, die aktuell noch nicht unter körperlichen Einschränkungen leiden, aber bei einem Um- oder Neubau schon die Barrierefreiheit berücksichtigen wollen.

Das nebenstehende Foto zeigt ein Badezimmer, dass in Heimarbeit mit einer bodengleichen Dusche ausgestattet wurde.

 

Finanzierung von Umbaumaßnahmen

  • Wenn Sie Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, also pflegebedürftig sind, können Sie auf Antrag bei Ihrer Pflegekasse einen Zuschuss zur behindertengerechten Anpassung Ihrer Wohnung bis zu einer Höhe von 2.557,00 Euro erhalten. 
  • Es besteht die Möglichkeit Pflegehilfe oder Eingliederungshilfe durch das Sozialamt des Kreises Herford zu erhalten. Diese Hilfen müssen vor Baubeginn beantragt und genehmigt werden, sonst verfällt ein möglicher Anspruch. Für diesen Antrag sind alle Vermögens und Einkommenswerte offen zu legen. Hierzu gehören auch Lebensversicherungen, Sterbeversicherungen und Ähnliches. Außerdem umfassen die Leistungen der Sozialhilfe lediglich den behinderungsbedingten Mehraufwand, abzüglich des Zuschusses der Pflegekasse.
    (behinderungsbedingte Mehraufwand = Unterschiedsbetrag zum Beispiel zwischen einem normalem WC und einem behindertengerechten WC)
  • Seit dem Jahr 2006 gibt es Fördermittel vom Land Nordrhein-Westfalen für den barrierefreien Umbau von bestehenden Wohnungen. Diese Mittel müssen bei der Wohnungsbauförderung des Kreises Herford vor Baubeginn beantragt werden.
    Merkblatt mit Informationen zur Förderung im Wohnungsbestand in NRW
  • Weiterhin ist es möglich, ein sogenanntes Schwerbehindertendarlehen zu erhalten. Dieses Darlehen muss ebenfalls bei der Wohnungsbauförderung des Kreises Herford vor Baubeginn beantragt werden. 
  • Je nach Möglichkeit sind auch Mittel der Kriegsopferfürsorge, der Berufsgenossenschaften oder des Rententrägers möglich. Diese Möglichkeiten müssen im Einzelfall geprüft werden.

 

Beispiele für Veränderungsmaßnahmen in Bad und Küche


Die Bilder zeigen eine bodengleiche Dusche mit Duschstuhl, eine Toilette mit Klapp-Stützgriff, einen unterfahrbaren Waschtisch, einen Kippspiegel für Rollstuhlfahrer sowie eine Toilette mit Sitzerhöhung und Armlehnen (von links nach rechts).

Rollstuhlgerechte Küchen haben den Vorteil, dass Rollstuhlfahrer die Spül- und Kochbereiche unterfahren können. Das zweite Bild zeigt, dass der rollstuhlgerechte Umbau einer Küche auch nachträglich und vergleichsweise kostengünstig erfolgen kann. So wurden die Wasserhähne einfach nach vorne verlegt. Im oberen Schrank befindet sich eine Greifzange, um weiter hinten liegende Dinge problemlos zu erreichen. Darüber hinaus können Hängeschränke mit Glasböden verwendet werden, damit auf den ersten Blick ersichtlich ist, was sich wo befindet.

Einen Überblick über das Thema bietet Ihnen ein Flyer, den Sie unter folgendem Link herunterladen können:
Flyer: Wohnberatung. Wohnen im Alter und bei Behinderungen

Gebühren

Die Kosten für die Einrichtung und Unterhaltung der Wohnberatungsstellen tragen die Kreise und Kommunen in denen die Beratungsstellen angesiedelt sind, und die Pflegekassen.

Die erste Beratung und der erste Hausbesuch sind für alle grundsätzlich kostenlos!

Wenn Sie eine Pflegestufe haben, also pflegebedürftig sind, können Sie auf Antrag bei Ihrer Pflegekasse einen Zuschuss zur behindertengerechten Anpassung Ihrer Wohnung erhalten. Der Zuschuss kann bis zu einer Höhe von  höchstens 2.557 Euro gewährt werden.
Für Leistungen der Wohnberatung, wie zum Beispiel die Beratung, Hilfestellung beim Einholen von Kostenvoranschlägen oder  Hilfe bei der Auswahl der Handwerker, entstehen keine weiteren Kosten.
Sie entscheiden, welche Serviceleistungen der Wohnberatung Sie in Anspruch nehmen wollen. Bei der Antragsstellung auf Zuschuss von Ihrer Pflegekasse ist Ihnen Ihre Wohnberatungsstelle gerne behilflich.

Die Wohnberatung kommt nach Terminabsprache zu Ihnen ins Haus.