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Herford von der Bünder Straße aus, Lithografie um 1870

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Das Herforder Reichsstift im Mittelalter

Das Herforder Stift für Frauen aus dem Hochadel war nach dem Sieg der Franken unter Karl dem Großen über die heidnischen Sachsen ein Zentrum der Christianisierung. Es war laut Angaben des Geschichtsschreibers Heinrich von Herford 789 gegründet worden. Für die Gründung weiterer Damenstifte (Gandersheim, Quedlinburg, Schildesche...) besaß es Vorbildfunktion. Vom Stift und der wachsenden Stadt angezogen oder gerufen ließen sich zahlreiche Klöster und geistliche Gemeinschaften in Herford nieder. Die Stadt wurde deswegen bald als „Hilliges Herwede“ (Heiliges Herford) bezeichnet. Seit 1306 sind Juden in Herford nachweisbar. 1350 ermordeten die Herforder die in der Stadt ansässigen Juden. Sie gaben ihnen die Schuld am Ausbruch der Pest.

Nördlich der Münsterkirche und auf Teilen des heutigen Rathausplatzes standen das Abtei- und die Klausurgebäude des Frauenstiftes. Ihre bauliche Entwicklung lässt sich im Schatten der Kirche erkunden. Flache Mauern und große Bodenplatten kennzeichnen das in der Erde bewahrte Bodendenkmal „Reichstift“. Auf Tafeln entlang eines Rundganges wird es beschrieben und erläutert.

Die karolingischen Herrscher statteten das Stift reich mit Gütern und Privilegien aus. Es erlangte die Reichs- und Papstunmittelbarkeit, das heißt die Äbtissin besaß bischöfliche und weltliche Herrschaftsbefugnisse. Sie verfügte über die Einnahmen aus dem Güterbesitz und entschied über Anstellung und Entlassung der Geistlichen. Als Frau durfte sie allerdings keine Weihehandlungen vornehmen, die Sakramente spenden oder die Hochgerichtsbarkeit ausüben. Hierzu bedurfte sie der Hilfe ihrer Geistlichen, des Bischofs und ihres Vogtes.

Dem Reichsstift gelang es trotz der Privilegien und Schenkungen nicht, eine Landesherrschaft aufzubauen. Die Äbtissin war allerdings für die Herforder Altstadt und die Radewig alleinige und für die 1224 gegründete Herforder Neustadt zusammen mit dem Erzbischof von Köln Stadtherrin. Eine Teil ihrer Herrschaftsrechte gab sie im 13. Jahrhundert an die wirtschaftliche und politisch aufstrebende Stadt ab und erhielt dafür von dieser militärischen Schutz.

Die bedeutendsten Äbtissinnen des Mittelalters heißen Godesti (1000 oder 1002 bis 1044) – Gründerin des Tochterstiftes auf dem Berge – und Gertrud zur Lippe (1212/1217 bis 1233/1238) – Initiatorin und Bauherrin des Herforder Münsters.

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