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Internationale Hansetage 2013

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Hanse früher und heute

Herford und die Hanse

Hanse Hoeker-Stuhl

Hanse – Koggen, Pfeffersäcke, Hering und Piraten sind spontane Assoziationen.
Doch die Hanse war und ist mehr, ein Städtebund, dessen Strahlkraft 300 „schlafende“ Jahre überdauerte und für viele Hansestädte noch heute ein wirkungsmächtiges Marketinginstrument ist.
Die Hanse der Neuzeit, die anno 1980 in Zwolle gegründet wurde, ist mittlerweile die weltweit größte freiwillige Städtegemeinschaft – und mittendrin Herford. An der Werre liegt die Wiege und das Kontor der größten Regionalorganisation der Internationalen Hanse, des Westfälischen Hansebundes.

Weitere Informationen zum Hansebund

In Herford gegründet

Hanse-Wappen

Gut 300 Jahre nach dem Untergang der Hanse, haben Hansestädte aus Hessen, Niedersachsen und Westfalen den alten Bund neu aufleben lassen. Zwanzig von ihnen unterzeichneten am 25. Juni 1983 in Herford die Gründungsurkunde des Westfälischen Hansebundes. Der Bund zählt 43 Mitglieder. Einmal im Jahr präsentieren sich diese Städte beim Westfälischen Hansetag. Der Hansebund dient in der Gegenwart dem Zweck, ein zielgerichtetes Stadtmarketing kooperativ zu stärken.
Der Westfälische Hansebund ist aber auch Kommunikationsplattform der Mitgliedsstädte. Der Städtebund bezieht sich auf den legendären Zusammenschluss, der auf seinem Höhepunkt die mächtigste wirtschaftliche und politische Macht in Europa war.

Geschichte der Hanse

Ein Städtebund für Europa

Hanse-Mitgliedsstein, Herford

Abgeleitet vom Althochdeutschen „Hansa“, was so viel wie Kriegerschar und Gefolge bedeutet, steht der Begriff für einen Städtebund, der die Handelsinteressen der Gemeinschaft vertrat und gegenseitigen Schutz für seine Mitglieder bot. Wirksamste Waffe dieses Bundes war die "Verhansung", die Handelsblockade eines Hafens oder eines Landes. Entstanden ist die Hanse in Reaktion auf die besondere Situation im mittelalterlichen Europa, speziell im Heiligen Römischen Reich; dazu gehörten die wachsende Anzahl freier Städte und die Entstehung von Zünften, das Fehlen einer starken Zentralgewalt in Deutschland, das Fortschreiten der deutschen Ostkolonisation, die Ausweitung des norddeutschen Handels mit England und den Festlandshäfen am Ärmelkanal und nicht zuletzt die Zunahme von Piraterie und Straßenräuberei entlang der Haupthandelsrouten. Die Ursprünge der Hanse gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Deutsche Kaufleute erhielten in verschiedenen Handelsorten im Ausland bestimmte Handelsprivilegien. Das erste derartige Privileg wurde 1157 in London Kaufleuten aus Köln. Wenig später (1161) erhielten deutsche Kaufleute auch in Visby auf der Ostseeinsel Gotland Handelsprivilegien. Dieser Zusammenschluss der Gotlandfahrer war die erste Vorstufe der Hanse.

 

Lübeck - der Kern der Hanse

Hanse-Brunnen, Herford

1159 wurde Lübeck von Heinrich dem Löwen und westfälischen sowie niedersächsischen Kaufleuten neu gegründet. Lübeck sollte später das wichtigste Zentrum der Hanse werden. Noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts schlossen sich die beiden Handelszentren Lübeck und Hamburg zusammen, gewannen so gemeinsam die Kontrolle über die Handelsrouten zwischen der Ost- und Nordsee und sicherten sich eine starke Position im nordeuropäischen Handel. 1252 erhielten deutsche Kaufleute in Flandern Privilegien, und Brügge, die bedeutendste Stadt Flanderns und führendes europäisches Handelszentrum, wurde Außenhandelskontor. 1259 schlossen sich die Städte Rostock und Wismar Lübeck an. Angezogen vom zunehmenden Einfluss und Wohlstand Lübecks und Hamburgs schlossen sich andere norddeutsche, westfälische und rheinische Städte dem Bund an. 1356 schlossen sich auf dem ersten Hansetag in Lübeck die einzelnen Hansen offiziell zu einem förmlichen Bund zusammen (Bund "van der düdeschen hanse"). Auf dem zwei Jahre später folgenden Hansetag wandelte man die Kaufmannshanse in eine Städtehanse um ("steden van der düdeschen hanse"). Die Hanse setzte sich in ihrem Kern bald aus über 85 Städten zusammen. Insgesamt gehörten dem Bund zu verschiedenen Zeiten etwa 180 bis 200 Städte an.

 

England und Holland contra Hanse

Herford

Das folgende Jahrhundert bedeutete für die Hanse eine Epoche wachsenden Wohlstands. Sie errichtete neue Handels- und Kulturzentren in Nordosteuropa, trug zur Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk und Kunst bei, führte ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem ein und baute Kanäle und Straßen. Wichtigstes Organ der Hanse waren die Hansetage, die Hauptversammlungen der Mitglieder der Hanse. Zu keiner Zeit allerdings gelang es der Hanse, eine zentralisierte, effektive Organisationsstruktur aufzubauen, es kam zu regionalen Interessenkonflikten; diese Tatsache führte mit zum Zusammenbruch der Hanse. Der gegen Ende des 15. Jahrhunderts einsetzende Auflösungsprozess wurde durch verschiedene Umstände beschleunigt: durch die Entdeckung Amerikas und einer neuen Handelsroute nach Indien und damit der Verlagerung des Handels sowie durch die Expansion der niederländischen und der englischen Seemacht. Einen weiteren schweren Schlag versetzte der angeschlagenen Organisation der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618. 1630 bestand die Hanse nur noch aus Lübeck, Bremen und Hamburg; in dieser Form existierte sie noch 39 Jahre lang.

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